Samstag, 19. Juli 2008

Herr Mobs und die Angst vor den Linken - Teil 2

Der Palästinenser an sich, denkt Mobs, als er eines Abends von der Arbeit nach Hause fährt, der Palästinenser an sich weiß ja gar nicht, wofür er eigentlich da ist. Da muss er dem evangelikalen Journalisten Gerloff völlig recht geben. Mobs war mal dort, im heiligen Land, das war in den Siebzigern. Schon ein Weilchen her, aber immerhin. Er erinnert sich an das blühende Galiläa – es war Frühling –, die ockernen, sanft geschwungenen Hügel, das versprengte Grün in weiter, sandiger Landschaft, an das mediterrane Haifa und die verstörende Mischung aus säkularer Gleichgültigkeit und hitziger Religiosität in Jerusalem. Und er erinnert sich an die Menschen: die Schönheit der Israelischen Frauen, die verschlagenen Blicke der arabischen Händler und ihr aufdringliches Gequake, dumpf vor sich hinbrütende Beduinen am Straßenrand. Und am eindrücklichsten: der Schmutz und die Unordnung in den Siedlungen der Palästinenser. Ja, haben diese Menschen überhaupt einen Sinn für Ordnung und Sauberkeit? Offensichtlich nicht. Kein Wunder, dass sie ihren eigenen Staat nicht auf die Reihe bringen. Wie soll das überhaupt gehen? Wie soll ein Volk etwas auf die Beine stellen können, das seine nationale Identität vor allem aus seinem eingebildeten Dasein als Flüchtlinge bezieht? Mobs ist in seine Straße eingebogen und parkt den Wagen so vor seinem Haus, dass der Bordstein genau 3 cm von den Reifen entfernt ist. Drüben, vor dem Haus Nummer 24, weht die palästinensische Flagge. Darunter wartet ein Haufen Gerümpel darauf, sich in Luft aufzulösen oder von der Müllabfuhr abgeholt zu werden. Na bitte, denkt Mobs erbost, als er die Handbremse anzieht und aus dem Auto steigt. Da haben wir es.

3 Kommentare:

Elisabeth hat gesagt…

Sehr spaßig!!!Mehr davon!!
Schreibst du ein Buch über den Mobs?? Bitte!! :-)

LG aus Celle, wir sehn uns!!

Gofi Müller hat gesagt…

haha! also, Herr Mobs ist erstmal ein Blog-Projekt. Es existieren schon mehrere Folgen. Herr Mobs wird in Zukunft wahre Abenteuer zu überstehen haben. Ich werde in den kommenden Wochen immer wieder mal eine Folge einstreuen.

Liebe Grüße!

Thomas hat gesagt…

Ja, sehr schön, ein viel versprechender Anfang! Ich bin gespannt wie es weitergeht.