Mittwoch, 7. Mai 2008

Jesus bewegt

Das Christival ist vorbei, das Leben normalisiert sich wieder. Gott sei Dank. Aber andererseits: Was war das für ein geiler Trip, den wir mit Jesus erlebt haben!

Ich war der Leiter des evangelistischen Festivals auf dem Bremer Marktplatz. Über Monate haben wir diese Veranstaltung vorbereitet. Wir wählten eine sehr offene Konzeption, weil wir wollten, dass möglichst viele Passanten die Chance erhalten sollten, aktiv Schritte auf Gott zuzumachen. Über den Platz verstreut gab es sieben Pavillons, an denen Menschen auf unterschiedliche Weise beten und sich Gott nähern konnten. Unser gesamtes Team war etwa 50 Leute stark!

Die Phase der Vorbereitung war extrem hart und nervenaufreibend. In den Wochen direkt vor dem Christival wachte ich jeden Morgen sehr früh auf, weil mein Rücken derartig verspannt war, dass ich vor lauter Schmerzen nicht mehr liegen konnte. Diese Verspannungen hatten psychosomatische Ursachen. Jetzt, nachdem alles vorbei ist, werden sie rapide besser. Die Prognosen für unser Vorhaben waren auch nicht die besten: Proteste und schlechtes Wetter waren angekündigt. Unsere Open Air Veranstaltung wäre beidem schutzlos ausgeliefert gewesen. Ich habe in den Wochen vor dem Christival immer wieder vorgezogene Beileidsbekundungen gehört, die den nervlichen Stress nicht unbedingt gemindert haben, auch wenn die, die sie aussprachen, es gut mit uns meinten und uns eigentlich Mut machen wollten. Doch keine der Befürchtungen ist eingetroffen. Und wir schreiben das ganz allein Jesus zu, denn er war der einzige, der es in der Hand hatte.

Wir haben erlebt, wie 4 Kilometer von unserem Platz entfernt ein Unwetter über Bremen niederging, während bei uns die Sonne schien. Es war deutlich zu spüren, dass Gott uns schützte und uns und den Besuchern Freiraum gab, um ihm zu begegnen. Es gab tatsächlich keine nennenswerte Störung, trotz einiger Regentropfen und einiger Demonstranten. Und das, obwohl wir vor dem Christival als die ungeschützteste Veranstaltung des Christival galten!

Unser Ziel war es, im Namen von Jesus den Bremern Gutes zu tun. Die Botschaft scheint angekommen zu sein. Jeden Abend war die Atmosphäre auf dem Marktplatz fröhlich und entspannt. Wir haben von einer Familie gehört, die vom Christival nichts wusste und von unserem Festival so berührt war, dass sie sich alle als Christival-Teilnehmer angemeldet haben! Wir haben von Leuten gehört, die einen Bibelvers zogen, um herauszufinden, ob Gott zu ihnen spricht, und die vom Bibelwort so angesprochen waren, dass sie beim Segensstand für sich beten ließen. Wir haben gehört, dass Menschen ihre Sorgen und Ängste auf Zettel schrieben und sie an das Kreuz schlugen und anschließend mit Mitarbeitern darüber sprachen. Andere schrieben die Namen ihrer Sünden auf Steine und warfen sie in eine Tonne, um zu signalisieren, dass sie davon lassen wollten. (Ich spreche hier von Bremer Passanten, nicht nur von Christivalern!) Während ich über den Platz ging, hielt mich ein Stadtstreicher auf. „Ihr macht hier ein geiles Programm“, sagte er. Er war an jedem Abend bei uns.

Von anderen Christen, die mehr oder weniger am Festival beteiligt waren, kamen folgende Rückmeldungen:

„Besonders bewegt hat mich eine Begegnung nach 1 Uhr Samstagnacht auf dem Weg zu unserer Wohnung. Ein kräftiger Mann mit Glatze sprach uns an und wollte ein Handy von uns nutzen. Nach dem Telefonat fragte er, ob wir auch zu den Christen gehören, was wir bestätigten. Daraufhin erzählte er uns, dass Gott noch nie etwas für ihn getan hat und dass Jesus Menschen wie ihn hasst. Er berichtete von dem vielen Leid und dem harten Leben, dass er und vor allem viele seiner Freunde leben müssen. Er sprach über eine halbe Stunde mit uns und wir beteten nachher noch für ihn …“ (Hufi)

„Ich habe ein Gespräch übernommen, mit einem jungen Mann (23 Jahre), selbstmordgefährdet, Satanist, drogen- und alkoholabhängig Borderlinesyndrom … Er hatte am Morgen unter Tränen Jesus gebeten, dass er ihm helfen möge. Dann kam er abends ‚zufällig’ bei uns am Markt vorbei, wurde angesprochen, fühlte sich angesprochen und hat auch schon viel Hilfe erfahren. Ich bin jetzt mit ihm in Kontakt und hoffe, dass Jesus ihn ganz frei macht. Er ist sehr offen und hat für sich auch schon Jesus sein Leben gegeben.“ (Frank)

„Als Ansprechpartnerin gab es für mich mit den jungen Leuten – besonders mit drei Jugendlichen – tiefe Gespräche über ein Leben als Christ und warum ich überhaupt so lebe. Meine Zeit vor der Lebensübergabe vor vielen Jahren hat Gott genutzt und ich war
mehr als überrascht, dass er mich damit gebraucht hat. Ein Mädchen hat sich segnen lassen. Sie besucht bereits einen Bibelkreis und ist kurz vor ihrem Glück mit Jesus. Am letzten Abend kamen ganz berührt Mutter und Tochter und löcherten mich, ihnen unbedingt mitzuteilen wie man nun auch diesen Weg gehen kann und welche Gemeinde ich kennen
würde …“ (Irmy)

Wir haben nur eine Ahnung, was Gott an diesen drei Tagen alles in Bewegung gebracht hat. Aber schon diese drei Berichte lassen vermuten, dass es einiges war.

Danke, Jesus!

Übrigens: Wir haben auch karacho tv beim Festival eingesetzt. Zwei Folgen, die wir exklusiv in Bremen gedreht haben, könnt ihr hier sehen. Viel Spaß!

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke Gofi. Ich habe so Bock Gutes zu lesen, von Menschen, die Gutes tun und nicht so viel wissen und reden...

matze

Anonym hat gesagt…

Halleluja!
Wie genial, das zu lesen!

Andrea

Anonym hat gesagt…

mir fehlen die worte... einfach geil

jana

Nadine B. hat gesagt…

Es waren echt ein paar gute Tage, und ich finde das Konzept Straßenfestival war echt gut. Für mich wurde es nur noch durch Lückenlos getoppt.

Was die Geschichten betrifft- fehlen mir noch nicht die Worte. Denn ich habe viel ähnliches erlebt und gehört. Menschen, die versuchen durch Gott mit dem Tod anderer klar zu kommen aber auch Menschen, die selbst mit ihrem Leben nicht klar kamen liefen mir immer wieder über den Weg. Leider war ich am Ende dieser Tage selbst jemand, der Hilfe brauchte. Aber das ist ok. Gibt ja schließlich einen Gott, der mit Klobürste bewaffnet seine Kreise zieht und sich durch nichts und wieder nichts davon abbringen lässt (sauber zu machen).

Coretta hat gesagt…

Ich habe Gänsehaut beim Lesen bekommen. Es ist einfach wunder-bar und großartig was beim Christival bewegt wurde, was alles zu lesen und zu hören ist nachdem vorher die aufrüttelnden Gebetsrundmails die mailboxen heiß liefen ließen und mich wirklich zum Beten gebracht haben.
Danke Gofi für Deinen Eindruck, an dem auch die teilhaben können, die leider selbst nicht mit dabei sein konnten.
Und danke Gott, dass Du der Größte bist!

Coretta

Elisabeth hat gesagt…

Gofi, du hast den besonderen Blick für die wesentlichen Dinge! Mit dieser Art ermöglichst du Menschen eine direkte Begegnung mit Jesus; einfach nur, indem du dich zu ihnen setzzt bzw. dein Team sich zu Leuten setzen lässt! danke für diese deine unspektakuläre Art!
Dank an Jesus für das, was auf dem Marktplatz und auch beim gesamten Christival GUTES gelaufen ist! Und für das Zeugnis, dass SEINE Leute abgegeben haben!!!

LG, auch Zuhause,

Lisi