Mittwoch, 13. Februar 2008

Was ich an Volker Beck mag


Was ich an Volker Beck mag, ist, dass er ein aufrechter Radikaler ist. In Zeiten, in denen alles diffamiert wird, was als radikal bezeichnet werden kann, – nicht aufgrund der jeweilig vertretenen Meinung, sondern allein aus dem Grund, DASS jemand radikal ist – finde ich das erfrischend. Beck ist tatsächlich ein hingegebener Radikaler. Die Art, wie er agitiert, wie er keine Kosten und Mühen scheut, wie er auch vor taktischen Fouls nicht zurückschreckt, ist vorbildlich. Jeder Evangelikale kann sich an ihm ein Beispiel nehmen (und viele von uns haben ja bereits in ganz ähnlicher Weise agitiert).

Was mich allerdings befremdet, ist Becks Misstrauen in unser demokratisches System. Man kann mir natürlich nachsagen, ich sei naiv und mir fehle einfach das Hintergrundwissen des Bundestagsabgeordneten. Aber ich habe immer geglaubt, in unserem Staats- und Rechtssystem könne jede/r sagen, was sie/er denke und für die Wahrheit halte, und dann könne darüber öffentlich gestritten und diskutiert werden. Dieser Ansicht ist Beck offensichtlich nicht. Ihm ist es lieber, wenn bestimmte Positionen gar nicht erst zur Sprache kommen. Und darin stimmt er zu meinem Bedauern mit den politischen Machern in Berlin überein, die Ansichten, die nicht zum gesellschaftlichen Mainstream gehören, lieber unter den Tisch fallen lassen möchten, weil sie die Bürger intellektuell für überfordert halten, sich alles anzuhören und sich dann selbst eine Meinung zu bilden. Selbst die Liberalen sind in dieser Hinsicht gar nicht so liberal, wie sie selbst gerne glauben möchten.

Das ist, wie gesagt, bedauerlich. Denn die irrationale Angst vor radikalen Ansichten wird irgendwann dazu führen, dass Frau und Mann nur das finden/glauben/meinen dürfen, was der Mehrheit gefällt und was für die politische Kaste opportun ist. In dieser Hinsicht wiederum leistet uns Volker Beck gerade mit seiner radikalen Agitation einen wertvollen Dienst. Mir wäre nur lieb, er wäre in der Lage, andere Positionen neben seiner stehen zu lassen.

6 Kommentare:

march. hat gesagt…

sehr schön auf den punkt gebracht.

und wie passend zur heutigen antwort der bundesregierung ...

Peter hat gesagt…

es trifft wirklich den nagel auf den kopf
werde den artikel auf meine seite setzen

Gofi Müller hat gesagt…

Danke, Freunde. Ja, Peter, mach das ruhig.

Don Ralfo hat gesagt…

Also ich mag eigentlich gar nix an dem. Find ihn nur irgendwie zum kotzen.
An radikalen Islamisten find ich ihre Radikalität eigentlich auch nicht sehr geil. Radikales finde ich nur gut, wenn es von der Liebe Gottes motiviert ist...

Gofi Müller hat gesagt…

Stimmt schon, Don Ralfo. Das Problem ist nur, wenn jede Form von Radikalität verpönt ist, dann gilt das auch für das, was wir Christen als 'radikale Liebe Gottes' verstehen (worin andere aber nicht immer unbedingt Liebe erkennen).

Anonym hat gesagt…

Der Abgeordnete Beck ist so radikal, daß er selbstverständlich bei Lufthansa in der Business Class fliegt (nein, das machen nicht alle, aber ich glaube alle Grünen, z. B. Rot, Fischer, Schlauch etc).
Im Moment wird diskutiert, daß für jede geflogene Meile von Abgeordneten eine CO2 Abgabe für ein Klimaschutzprojekt geleistet wird. Von den Abgeordenten? Hahaha, vom Steuerzahler, also von uns. Da kann man großzügig sein.
Was hat das mit Beck zu tun? Von einem aufrichtigem Grünen erwarte ich, daß er sich selbsverständlich in die günstigste Klasse begibt, denn ein BusinessClass Platz verursacht etwa 50% mehr CO2 Ausstoß als der geringere Platz in der EconomyClass. Die dann gesparten erheblichen Aufwendungen dürften dann gerne anderweitig verwendet werden, (gar so wie die Meilen von Özdemir und Schlauch z. Bsp.?) Meilen könne übrigens nicht nur für private Reisen verwendet werden, sondern z. Bsp. für die Hilforganisation "Help Allianz" der Lufthanseaten gespendet werden.